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Vorlage - VO/2018/214  

Betreff: Internetanschluss für Flüchtlingsunterkünfte
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage
Federführend:Amt für soziale Angelegenheiten und Kindertagesstätten Bearbeiter/-in: Pump, Andreas
Beratungsfolge:
Sozialausschuss Entscheidung
11.09.2018 
Sitzung des Sozialausschusses (offen)   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlagen:
Anlage_Produktflyer Public WLAN 4.0  

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Prüfungsauftrag
Auf dem Sozialausschuss vom 24.04.2018 wurde die Verwaltung aufgefordert, in der Frage der Internetversorgung der Großhansdorfer Geflüchtetenunterkünfte folgendes zu prüfen:

 

-          A. Die FDP-Fraktion schlug den Einsatz von Hotspots vor den Unterkünften vor.

-          B. Die CDU-Fraktion die Nutzung der Containerstromnetze zur Weiterleitung von Internetdaten.

 

Die Anregung von Herrn Pieck (FDP) in Bezug auf die Hotspots wurde aufgenommen und es wurde sowohl mit der von ihm empfohlenen Firma MDS, als auch mit dem Hersteller von deren Hardware, Lancom (der u.a. auch die Telekom beliefert), Kontakt aufgenommen.

Darüber hinaus wurde zum einen der IT-Beauftragte der Gemeinde, Herr Schmidtke, und zum anderen die Firma Bodo Wascher aus Hamburg kontaktiert, die laut dem Hersteller der Container, der Comma GmbH, Erfahrung mit dem Elektroausbau der auch in Großhansdorf genutzten Container-Module hat.

 

Zu A.:

 

-          Ein Mitarbeiter der Firma Lancom schloss aus, dass einer ihrer Hotspots die Metallwände mit einem befriedigenden Ergebnis durchdringen könne.

-          Ein Mitarbeiter der Firma MDS vermutet, dass in den Containern einfache Internetaufgaben, bei denen keine großen Datenmengen anfallen, erledigt werden könnten. Falls man das Ergebnis verbessern wolle, müssten in jeder Wohnung nachgeschaltete sogenannte Accesspoints installiert werden. Dies wiederum per Kabel, eventuell aber auch über das Stromnetz.
Ob es technisch grundsätzlich möglich sei, müsse bei jedem Container vor Ort geprüft werden, wobei „das Öffnen einer Schranktür aus Metall“ innerhalb einer Wohnung schon wieder ein gänzlich anderes Ergebnis erzeugen könne.
Eine sehr grobe Kostenschätzung für die Einrichtung belief sich auf 1000,-/Container. Dazu kämen die Kosten des Providers (Telekom,Vodafone o.a.).
Die Gemeinde müsste Voucher vergeben oder könne das Angebot gratis zur Verfügung stellen.

-          Bei einem von der Telekom bereitgestellten Hotspot (unabhängig davon, ob es technisch möglich wäre) ergäben sich laufende Kosten von 93,-/Monat/Container. Im Jahr gesamt für alle Unterkünfte: 5.580,-€ (s. Anlage ‚Produktflyer).

 

Zu B.:

-          Nach Ansicht von Herrn Schmidtke sei bei dem Verfahren der Datenweiterleitung innerhalb eines Containers über das Stromnetz die „Performance“ nicht überzeugend.

-          Diese Auffassung vertrat auch der Mitarbeiter der Firma Bodo Wascher. Abgesehen davon gäbe es keine einzelnen Wohnungsstromanschlüsse, die vom Waschraum abgingen, wo der APL voraussichtlich angebracht werden würde.
Auch Hotspots könnten die Metallwände (inkl. Steinwolle), wenn überhaupt, nicht so durchdringen, dass ein für alle Räume gleichmäßig gutes Ergebnis erzielt werden könnte.

 

Beide Lösungswege würden also nach Ansicht der befragten Fachleute - wenn überhaupt - technisch nur unter Einschränkungen gangbar, ein Hotspot darüber hinaus mit Kosten verbunden sein, die sich bei einer Verkabelung in ca. 5 Jahren amortisiert hätten.

 

Neue Entwicklungen
Unabhängig von diesen Recherchen hat die Verwaltung jedoch weiterhin intensiv versucht, Lösungswege zu finden, die kostengünstiger, als die in der Beschlussvorlage vom 24.04.2018 aufgeführten sind.

 

Dabei wurde die von den Anbietern gemachte Aussage, dass die dort unter 1. (Funkverbindungen) aufgeführten Homespots nicht an allen Standorten einsatzfähig seien, einer eingehenden Prüfung unterzogen. Hierbei konnte ein Gerät der Firma congstar wider Erwarten in allen von Geflüchteten bewohnten Unterkünften erfolgreich getestet werden.

 

Darüber hinaus hat sich die rechtliche Situation einiger Geflüchteter seit April 2018 so verändert, dass nun in 16 von 19 Wohneinheiten Menschen mit Aufenthaltserlaubnis leben, so dass die Verwaltung davon ausgeht, dass die Anschaffung eines Homespots aktuell für wenigstens ca. 90% aller Großhansdorfer Geflüchteten machbar ist.

 

Die Kosten für die Bewohner/innen sind mit denen von kabelgebunden Varianten vergleichbar (je nach Variante einmalig 60-115,- Euro und monatlich 20-40.- Euro).

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Der Sozialausschuss beschließt, unter Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse, die Internetversorgung in den von der Gemeinde betriebenen Unterkünften in die Hand der jeweiligen Bewohner/innen zu legen und von einem kabelgebunden Vorgehen Abstand zu nehmen.