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Vorlage - VO/2019/427  

Betreff: Bestandsermittlung von Amphibien, Orchideen und Fledermäusen durch die AGNL
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:Bau- und Umweltamt Bearbeiter/-in: Mulsow, Heinke
Beratungsfolge:
Bau- und Umweltausschuss
13.08.2019 
Sitzung des Bau- und Umweltausschusses (offen)   

Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Die Arbeitsgruppe für Naturschutz und Landschaftspflege Großhansdorf (AGNL) teilte die Ergebnisse ihrer Amphibien-, Fledermaus- und Orchideenzählung für das Jahr 2019 mit.

Verwaltungsseitig wurde zur besseren Bewertung der Zählergebnisse und hinsichtlich der Aussagekraft der Bestandentwicklung der Amphibien, der Orchideenbestände und der Fledermausbestände die Zählungen der letzten Jahre statistisch aufbereitet..

 

Abb. 1: Erdkrötenbestände Radeland / Piepershorster Weg 1999-2019

 

 

Abb. 2: Grasfroschbestand Radeland / Piepershorster Weg 1996-2019

 

 

Abb. 3: Erdkrötenbestand Sieker Landstraße 2009-2019

 

Abb. 4: Grasfroschbestände Sieker Landstraße  2009-2019

 

 

Abb. 5: Orchideenbestände 1998-2019

 

Abb. 6: Fledermausbestände 1988-2019

 

Fauna:

 

Der Winter 2018/2019 war nur kurz. Anfang März wurden die ersten warmen Tage registriert und die Zäune am Radeland und in der Sieker Landstraße umgehend aufgestellt, da bei diesen Witterungsverhältnissen die Amphibienwanderung erfahrungsgemäß zeitnah beginnt. Sie fand dann auch von Mitte März bis Mitte April statt. Wegen der starken Trockenheit im vorherigen Jahr sind die Amphibienzahlen auf einem sehr niedrigen Niveau.

 

Seit 2009 werden in der Sieker Landstraße zwischen dem Institut für Forstgenetik und dem Park Manhagen zwei Amphibienzäune aufgestellt. Die Helfer vom letzten Jahr konnten fast alle wieder für die Arbeit gewonnen werden. Neben 137 Erdkröten, 33 Grasfrösche wurden auch 2 Teichmolche registriert. Bis jetzt wurden nur vereinzelt Jungtiere von Kröten und Fröschen gefangen. Um den Bestand langfristig zu erhalten und zu erhöhen, muss weiterhin jedes Jahr der Zaun aufgebaut werden.

 

Im Winterquartier der Fledermäuse im ehemaligen Bahnhof Beimoor, wurden 11 Exemplare registriert, die dort einen sicheren Unterschlupf gesucht haben. Herr Klupsch von der AGNL konnte 1 Braunes Langohr und 10 Fransenfledermäuse feststellen. Offensichtlich verändert sich das Verhalten der Fledermäuse, sie reagieren auf die veränderten Wetterbedingungen: waren früher die meisten Exemplare  im Februar anzutreffen, muss mittlerweile bereits im Januar nachgeschaut werden. Insofern ist die niedrige Anzahl im letzten Winter vielleicht auch auf das gewohnte Kontrolldatum im Februar zurückzuführen. Herr Klupsch wird im kommenden Winter die Zählung schon im Januar vornehmen.

 

 

Flora:

 

Der Orchideenbestand auf der Weise Mielerstede hat sich auf 58 Exemplare reduziert. Der Bestand ist immer sehr schwankend. Vermutlich ist die Trockenheit nicht zuträglich.

 

Im Jahre 2010 wurde ein neuer Orchideenstandort entdeckt: Auf dem Altlastenstandort Radeland hat sich ein sehr großer Bestand des Übersehenen Knabenkrauts (Dactylorizha praetermissa) entwickelt. In diesem Jahr wurden die Exemplare nicht erfasst.

 

 

 

Biotoppflege:

 

Um die seltenen Wiesenpflanzen, wie Orchideen und Kuckuckslichtnelke, dauerhaft erhalten zu können, muss der Baum- und Strauchaufwuchs zurückgedrängt werden. In diesem Jahr wurden die Flächen (Alter Bahndamm, Mielerstede und Radeland) bereits Ende Juli gemäht um den Konkurrenzdruck der Seggen zu minimieren. Wünschenswert wäre eine weitere Mahd im September/Oktober, wenn die Vegetation ausreichend nachgewachsen ist. Dies hängt auch von den Niederschlägen ab.

 

In diesem Jahr reichen jedoch die Haushaltsmittel nicht aus, um eine zweite Mahd durchzuführen.

 

 

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagen:
keine